Es ist zugleich ein fotografisches Klischee und einer meiner lang gehegten Wünsche – Eine edle Maschine in einer morbiden, dreckigen Industrieumgebung zu fotografieren. Lange währte die Suche nach einer geeigneten Location. Die Frage “Kennt einer eine große, leere Halle, wo man Fotos machen könnte?” ist leider nicht zielführend gewesen. Den Durchbruch brachte schließlich der Kontakt zu einem Insolvenzverwalter, der mir die Genehmigung erteilte, in einer alten Gießerei zu fotografieren, die kurz vor dem Abriss stand.


Das war für mich der fotografische Jackpot und ich konnte direkt zwei Maschinen für das Shooting gewinnen. Heute seht ihr eine Ducati Diavel, im zweiten Teil (kommt bald) wird eine Ducati Panigale in einer schon fast wahnwitzigen Lackierung zu sehen sein.


Sämtliche Fotos in diesem Post wurden mit zwei Blitzen gemacht, die “nackt”, also ohne Diffusorschirme, in spitzem Winkel auf die Maschine feuerten. Schwarz ist eine schwierige “Farbe” zum Fotografieren, da es nich von sich aus leuchtet, wenn es angeblitzt wird. Ich kann ein Liedchen singen von meiner schwarzen FZ6…

Doch praktischweise ist die Diavel matt schwarz, so dass die Oberfläche sanft schimmert, wenn Blitzlicht auf sie fällt. Das macht die Ausleuchtung der Maschine etwas einfacher. Wir starteten in einer der leeren Lagerhallen. Der Boden war dreckig wie Hulle, dennoch konnten wir gute Bilder machen, da es sich nicht um ablenkendes Geröll oder ähnlich sperrige Objekte handelte.

Für diese Aufnahme habe ich den nackten Blitz von einem Assistenten (jepp, dem Biker) auf das Logo richten lassen. Nach ein paar Probeschüssen saß das Licht am richtigen Flech.

Wir wechselten nach einer Weile in die große Halle, in welcher die Rohstoffbunker der Gießerei waren. Durch eine undichte Stelle im Dach hat es über die letzten Tage und Wochen hereingeregnet und es hat sich eine große Pfütze am Boden gebildet. Ein perfektes Setting für Fotos mit tollen Spiegelungen. Für so eine Aufnahme muss das Motorrad nach guter alter Väter Sitte in spitzem Winkel angeblitzt werden. Die Kamera befindet sich tief, also mindestens in die Hocke gehen.

Das sieht dann so aus:

Man muss nicht überrascht sein, dass die Pfütze eben nur das ist: Eine nur mehrere Zentimeter tiefe Wasserlache. Die Spiegelung kommt durch die Reflektion zustande, welche ebenfalls verhindert, dass man den schmuddeligen Grund sieht. Und immer dran denken: Das ganze klappt nur, wenn ihr von einer tiefen Position aus fotografiert!

Anschließend ging es noch für ein paar Bilder in einen der kleinen Bunker (“Bunker” ist in diesem Sinne eine Art Box mit drei Wänden aus Beton, kein militärisches Bollwerk in der Erde).


Ich habe für diese Bilder vier Blitze verwendet. Zwei Blitze sind hinter dem Bike und sorgen für die Hintergrundbeleuchtung. Zwei Blitze sine links und rechts vor dem Bike und erhellen die der Kamera zugewandte Seite der Maschine.


Der treue Leser meines Blogs kennt den Look auf dem folgenden Foto schon (lies hier, wie es gemacht wird). Das Bild ist ein Composite aus mehreren Einzelaufnahmen, und jedesmal wurde eine andere Stelle des Motorrades angeblitzt.


Man erkennt auf dem obirgen Foto an den Reifen, wie unfassbar dreckig es in der Halle war. Aber was erwartet man, es war eine alte Giesserei…

Wir nähern uns dem Ende dieser Serie. Die Maschine wurde am Ende noch auf eine Rampe gestellt, unter der zwei Durchbrüche in eine andere Halle waren. Zwei Blitz von der Seite, einer unten in der Mitte hinter dem Pfeiler, um den Durchbruch zu erhellen.


Fazit: Ein sehr anstrengender, aber bilderreicher Tag. Respekt an Stefan, der seine Diavel durch den stärksten Dreck gefahren hat, um die Bilder zu bekommen, von denen er schon so lange geträumt hat.


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