Es war seit langem mein Traum, mal ein Motorrad in einer abgewrackten, leeren Industriehalle zu fotografieren.  Das Problem dabei: Davon gibt es nicht allzu viele, und wenn doch kommt man mit einem Motorrad nicht hinein.
20161104-bmw-s1000rr-004Ich kenne eine sehr fotogene Location, die allerdings nicht mit einem Motorrad zugänglich ist. Da mir ein solches Shooting aber zu sehr unter den Nägeln juckte, habe ich mir mit einem Trick beholfen.

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In einem Motorradladen habe ich mir zwei Spielzeugmodelle geholt, eine BMW S1000RR und eine Kawasaki ZX10R Ninja. Diese passen wunderbar in den Fotorucksack, und so bewaffnet stiefelte ich zu der Location.

20161104-bmw-s1000rr-005Fotografiert habe ich zur Abwechslung nicht mit meiner Spiegelreflexausrüstung, sondern mit dem Samsung Galaxy S7, das ich mir kürzlich erst zugelegt hatte. Es kann auch RAW Dateien aufnehmen, und die Fähigkeiten der Kamera haben mich interessiert.

20161022-bmw-s1000rr-001Wenn man Modelle fotografiert, ist eine Kamera mit kleinem Sensor sogar von Vorteil. Durch den kleinen Sensor erreicht man eine bessere Schärfentiefe,  wodurch das Gehirn dann nicht sofort „Achtung, Nahaufnahme!“ signalisiert. Ich habe das gleiche Thema schon einmal vor einigen Jahren beim Shooting mit einem Modellauto behandelt, könnt ihr hier lesen).

hdrEs gelten die gleichen Regeln wie beim Fotografieren von echten Motorrädern: Auf Augenhöhe gehen ! Das geht mit einem Handy natürlich noch besser als mit einer dicken Spiegelreflexkamera, wo das Objektiv schon höher als das Modell aufbaut.

20161104-modelle-making-of-002Knieschoner von meiner alten Inline Skating-Ausrüstung waren hier eine gute Idee, da ich das ganze Shooting nur auf dem Boden herumgerobbt bin.

20161104-kawasaki-zx10r-ninja-001  20161104-kawasaki-zx10r-ninja-003Man muss bei solchen Fotos alles aus der näheren Umgebung des Modells entfernen, was eine Größenreferenz sein könnte. Diese würde die Illusion sofort zerstören. In diesem Fall bedeutete es, dass ich die nähere Umgebung der Modelle von Staub und Steinchen befreit habe. Eine Glasscherbe in der Nähe zeigt dem Gehirn sofort an, dass das Motorrad dann nicht so groß sein kann.

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Die Gegenlichtaufnahmen sind gar nicht so verkehrt, weil durch das Überstrahlen des Hintergrundes einige Details am motorrad „untergehen“ und man nicht sofort auf den Trichter kommt, dass hier etwas faul sein könnte.

20161104-kawasaki-zx10r-ninja-005In der Nachbearbeitung habe ich Stellen am Motorrad entfernt, welche es als Modell entlarven: So waren bei beiden Modellen z.B. ein paar Kreuzschlitzschrauben und Kunststoff-Steckverbindungen, welche das Modell zusammen halten. Diese konnten einfach retuschiert werden. Des Weiteren habe ich die Umgebung der Bikes „gesäubert“ und kleine Steinchen entfernt, die ich beim wegfegen übersehen oder nicht erwischt hatte.

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Kleinere Unebenheiten oder offene Poren im Betonboden musste ich ebenso entfernen, da sie wieder als Größenreferenz gedient hätten.

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Zu guter Letzt habe ich auf manchen Bildern noch die Scheinwerfer aufgehellt, so dass sie wie eingeschaltet erscheinen.

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FAZIT: Man kann Modelle so fotografieren, dass sie zumindest auf den ersten und zweiten Blick wie echte Motorräder erscheinen. Wichtig sind die Perspektive und das Entfernen von Objekten, die als Referenz dienen könnten.
Noch lieber wäre es mir gewesen, ich hätte echte Bikes in die Hallen stellen können. Vielleicht finde ich in Zukunft mal eine andere Gelegenheit, in einer alten Industriehalle zu fotografieren.

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