Ein Motorrad unter dem Sternenzelt – eine imposante Kulisse! Um solche Aufnahmen machen zu können, muss man das Motorrad von unten herauf fotografieren, um genügend Himmel mit ins Bild zu bekommen.


Man benötigt also eine Location, an der man das Bike leicht erhöht abstellen bzw. die Kamera tiefer als das Motorrad positioniert werden kann. Da es in Norddeutschland eher flach ist, sind die Möglichkeiten dazu begrenzt.

In der Nähe des Hannoveraner Messegeländes befinden sich zwei künstliche Hügel, welche für die EXPO 2000 aufgeschüttet wurden. Hierhin fuhr ich spät abends und parkte die Maschine nah an der Hügelkante. Die Kamera positionierte ich an der Flanke des Hügels, so dass sie nach oben zeigte und möglichst viel Himmel mit im Bild war.


Da ich aber recht nah an der Maschine war, musste ich recht weitwinklig fotografieren (Brennweite ca. 19 mm). Dadurch werden die Proportionen des Motorrads verzerrt (z.B. Eierräder).

Daher habe ich die Maschine noch einmal umgeparkt, um von dem (nicht so steilen) Weg den Hügel hinauf fotografieren zu können. Um nicht wieder Verzerrungen mit im Bild zu haben, wechselte ich auf das 24-70 f2.8 und fotografierte bei 70 mm.

Man bedenke: Es war stockdunkel, auf dem Hügel hab es keine Beleuchtung. Somit konnte der Autofokus auch nicht richtig arbeiten und das Motorrad wäre im Dunkeln geblieben.

Hier half die bewährte LED-Taschenlampe. Kamera auf manuellen Fokus stellen, Motorrad anleuchten, manuell scharf stellen, Belichtung auslösen (15-20s) und währenddessen mit der Taschenlampe herumwedeln, um das Motorrad und die Umgebung zu beleuchten.

Das Ergebnis ist recht ansprechend:


Verzichtet man auf die LED-Ausleuchtung während der Belichtung, ist das Motorrad naturgemäß dunkler abgebildet, was auch seinen Reiz hat:




Und noch einmal die gleiche Perspektive ohne Beleuchtung:


Ich muss zugeben, dass ich in der Nachbearbeitung in die Trickkiste greifen musste. Links das Original, rechts die final bearbeitete Version.

Durch die starke Lichtverschmutzung erscheint der Himmel orange und viele Sterne werden “geschluckt”. Lichtverschmutzung ist ein trauriges Abfallprodukt unserer urbanen Beleuchtungswut. Und ich gebe zu Bedenken, dass das Foto mit Hannover im Rücken geschossen wurde. Richtung Hannover war der Lichtschein noch stärker.

Wie also wurde das Bild nachbearbeitet ? In Lightroom habe ich einen Verlaufsfilter über den Himmel gelegt, der genau an der Grenze zwischen Gras und Himmel endete. Die Farbtemperatur im Filter wurde verschoben, so dass die Farbe von orange nach blau verschoben wurde. Durch Anheben des Wertes “Klarheit” kamen einige zusätzliche Sterne zum Vorschein.

Durch den Verlaufsfilter wurde allerdings auch das Motorrad blau. Dies wurde mit einem lokalen Korrekturpinsel, der die Farbtemperatur wieder von blau nach orange schob, berichtigt (Motorrad anmalen, Farbtemperatur wieder ok, fertig).


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