Vor zwei Jahren habe ich über die Bildqualität von Smartphonekameras noch die Nase gerümpft. Doch mittlerweile haben die Sensoren und Algorithmen eine Qualität erreicht, dass auch ich als eingefleischter Spiegelreflex-Fotograf öfters mal das Handy zücke, um zu fotografieren. Endgültig überzeugt von Smartphonekameras hat mich die Möglichkeit, auch RAW-Fotos aufzunehmen (also die rohen Sensordaten und kein bereits komprimiertes JPG). Mein Samsung Galaxy S5 konnte das noch nicht, der Wechsel zum S7 brachte dann aber die gewünschte Funktion.


Das obige Foto sagt doch schon fast alles: Knackige Farben, scharfe Details, hoher Kontrastumfang (Zeichnung in den Wolken). Die Qualität ist super, und das Bild wurde aus der Hand mit dem Samsung Galaxy S7 gemacht.

Seit einiger Zeit fotografiere ich unterwegs auch gerne mal mit dem Handy. So geschehen z.B. auf einer nach-Feierabend-Tour durch den Peiner Landkreis mit meiner Tiger. Ich kam an einer alten Fabrik vorbei, die teilweise noch in Betrieb, teilweise aber schon zum Abriss freigegeben wurde. Eine traumhafte Location, das alles bot, was man sich nur wünschen kann: Interessante, alte Industriefassaden, rostige Tore, Große Haufen mit verschiedenstem Schüttgut, Reihen von Betonpfeilern.


Das Schöne an der Smartphonefotografie ist, dass sie ohne großes Handling erfolgen kann. Du machst ein paar Fotos und steckst das Handy dann wieder in die Jackentasche. Eine dicke Spiegelreflexkamera ist da schon umständlicher. Rucksack abnehmne, Kamera raus, Objektivdeckel ab, anschalten, Einstellungen prüfen. Das Handy erlaubt den schnellen und unkomplizierten Wechsel zwischen Fotografieren und dem Bewegen und Ausrichten der Maschine.


Der Nachteil ist natürlich, dass man technisch eingeschränkt ist. Mit dem Handy kannst Du nur fotografieren, wenn genügend Licht da ist, denn Blitze oder anderes Equipment lassen sich nicht ansteuern. Auch in der Dämmerung morgens oder abends stößt der winzige Sensor des Smartphones schnell an seine Grenzen.

Beachte beim Fotografieren mit dem Handy lediglich ein paar grundlegende Dinge, um gute Bilder zu machen:

  • Nutze das Querformat! Eine Maschine ist in der Seitenansicht breiter als hoch, und daher gehört hier das Querformat hin. Nutze das Hochformat wirklich nur, wenn es auch zum Bildaufbau passt (z.B. Vorder- oder Rückansicht der Maschine)
  • Gehe in die Hocke! Wenn Du vor der Maschine stehst und fotografierst, schaust Du leicht auf sie herab. Die nach unten geneigte Perspektive wirkt meist sehr gewöhnlich, denn so sieht man das Motorrad auch, wenn man im echten Leben davor steht. Begegne der Maschine daher mindestens auf Augenhöhe (und damit meine ich Scheinwerferhöhe).
  • Achte auf den Hintergrund! Das ist zugegebenermaßen eine schwierige Aufgabe. Der Hintergrund soll interessant sein, aber nicht zu sehr ablenken. Das lässt sich nicht überall umsetzen. Auf einem Parkplatz wirst Du fast immer andere Fahrzeuge, Menschen oder eine Mülltonne im Bild haben. Aber manchmal wirkt es auch Wunder, die Maschine nur ein paar Meter zu bewegen.


Fazit:
Als „immer dabei“-Kamera ist ein Smartphone mittlerweile eine vollkommen valide Option. Die Kamera ist klein und einfach zu handhaben. Wenn die Bilder in RAW aufgenommen werden, kann man aus den Rohdaten auch noch viel herausholen. Und wenn Du nun noch die drei oben genannten Regeln zur Smartphonepfotografie beherzigst, bist Du einen riesigen Schritt weitergekommen.

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