Aus einem früheren Shooting hatte ich Kontakt zu einem Mitarbeiter von Japan Motor Bikes, einem Hannoveraner Motorradhändler. Über diesen Kontakt konnte ich ein Shooting organisieren, um im kalten Winter ein paar Motoradfotos zu machen.


Ich habe das Shooting als Übung gesehen. Gewisse Rahmenbedingungen waren fix, nämlich Location und Tageszeit (Location – der Laden; Tageszeit – Samstag Vormittags). D.h. ich konnte nicht vollkommen frei gestalten und die Bikes an einem anderen Ort fotografieren.

Ich entschied mich dafür, vor einem der Schaufenster zu fotografieren. Als erstes Bike wählte ich eine schicke Suzuki GSX-R 600 in knalligem Orange aus.

Dieses Foto ist bei Tageslicht aufgenommen worden. Es ist ein gutes Verkaufsfoto für einen Händler – die Maschine steht aufrecht, jedes Detail ist gut zu sehen.  Die Maschine wird so präsentiert, wie man sie auch mit dem nackten Auge zu sehen bekäme. Ein fotografisch anspruchsvolles Foto ist dies allerdings nicht unbedingt, dafür ist die Belichtung zu ordinär.

Hier noch zwei Detailfotos der Maschine. Durch die Reduktion auf einen kleinen Teil der Maschine wirken sie interessanter trotz der “ordinären” Belichtung.

Um die Vollansicht der Maschine etwas interessanter zu gestalten, bin ich zu einer anderen Technik übergegangen:

Um das Tageslicht etwas zurückzudrängen, habe ich die Blende stark geschlossen. Somit wurde die Umgebung extrem abgedunkelt. Aber mit der Umgebung natürlich auch das Bike. Daher habe ich einen Blitz eingesetzt und das Bike so aufgehellt. Eine spezielle Technik kam dabei zum Einsatz.

Die obige Aufnahme besteht aus sechs Einzelbildern. Auf jedem Bild habe ich mit dem Blitz eine kleine Partie des Motorrades angeblitzt. Somit hatte ich sechs Einzelaufnahmen, und auf der einen war die Front erleutet, auf der anderen der Tank, das Heck usw.

Diese sechs Bilder habe ich in PhotoShop übereinander gelegt und den Ebenenmischmodus auf “Aufhellen” gestellt. In diesem Modus schaut sich PhotoShop jedes Pixel an und zeigt immer nur das hellste Pixel einer jeden Ebene. So werden die hellen Teile des Motorrades automatisch kombiniert und man erhält eine schon fast surreale Anmutung der Maschine. Notiz: Natürlich werden auch unerwünschte Elemente wie Spiegelungen in der Fensterscheibe nach diesem Mischen angezeigt. Das ganze Bild muss “aufgeräumt” werden, indem man aus der entsprechenden Ebene eine störende Spiegelung z.B. wegradiert.

Als zweite Maschine habe ich eine Yamaha FZ8 Fazer SA verewigt – quasi “mein altes Bike, nur eine Nummer größer”. Zunächst ein paar Details bei Tageslicht:


Ich mag die goldenen Gabelholme, sie kontrastieren super zum sonst sehr dominanten Schwarz.


Meine erste Amtshandlung bei dieser Maschine wäre eine Umrüstung auf LED-Blinker. Diese klobigen Glühbirnengehäuse wirken etwas anachronistisch.


Zum Schluss noch der Versuch, das Motorrad mit “spezieller” Beleuchtung nach obigem Vorbild zu fotografieren:

Bei der rabenschwarzen Fazer ist der Unterschied zwischen dem “normalen” Foto links und dem “speziellen” Foto rechts nicht so dramatisch. Die Umgebung ist dunkler, die Konturen des Bikes ein kleines bisschen besser hervorgearbeitet. Aber da schwarz nicht reflektiert im Gegensatz zu dem knalligen Orange, ist der “Wow-Effekt” bei diesem Bild etwas geringer (rein bezogen auf die Bildwirkung, die FZ8 ist natürlich ein schickes Gerät).

In Teil 2 dieses Shootings lichte ich zwei superschwere Chopper ab!


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