Shooting auf der Feuerwache, Teil 2 (Teil 1 gibt es hier). Nachdem das Tageslicht entschwunden war, begann die Zeit, in der ich mich fotografisch am wohlsten fühle – Dämmerung und Dunkelheit. Denn nur dann kann man mit der von mir sehr geschätzten Blitzfotografie und Lichtmalerei effektiv arbeiten. Wie schon im ersten Teil beschrieben hatte ich auf der Feuerwache eine schöne Auswahl an Hilfsmitteln zur Verfügung. Carsten (der Feuerwehrmann und Besitzer der RnineT) manövrierte ein Einsatzfahrzeug auf den Hof und ich konnte vom Dach aus fotografieren:Ihr seht auf dem Foto zwar Blitzschirme links und rechts, aber die haben wir nach ein paar Versuchen beiseite geräumt, da die Bilder irgendwie nicht “funktionierten” (das ist manchmal so, irgendwie kommt nicht das raus, was man sich vorstellt. Dann hilft nur ein spontaner Planwechsel). Also haben wir die Blitze beiseite gestellt und das Motorrad mit dem Yongnuo YN360 LED Lightstick beleuchtet.

Ich hatte die Kamera oben auf dem Feuerwehrauto auf einem Stativ (schwer zu sehen auf dem Foto), Carsten als williger Helferbeleuchtete dann während einer Serie von Langzeitbelichtungen (jeweils ca. 4 Sekunden) das Motorrad, indem er den Leuchtstab in verschiedenen Winkeln über die Maschine führte. Aus dieser Sammlung an Einzelbelichtungen konnte ich dann am Rechner das Endfoto zusammensetzen (schaut euch mal mein Tutorial-Video dazu an). Nach einigem Retuschieren entstand dann dies hier:

Und weil ich so schön in Position und Carsten so gut in Übung war, wiederholten wir das mit einer anderen Perspektive:

Um einen anderen Look zu bekommen, entschied ich mich dazu, die Farben leicht anders abzugleichen und zum Rand hin dunkler zu werden.

Doch damit nicht genug der Spielereien. Beim Rangieren der Maschine in eine neue Position fiel mir auf, dass die Garage im Hintergrund eigentlich recht schmuck ist. Wer sagt denn, dass die Maschine immer perfekt ausgeleuchtet werden muss? Und so entstand eine kurze Serie mit Aufnahmen ohne viel Schnickschnack. Na gut, ganz ohne ging es dann doch nicht, denn ich habe noch flugs zwei Blitze hinter dem Bike positioniert, um einen kleinen Akzent zu setzen und die Konturen der Maschine herauszuarbeiten.
Weiter im Text. Der aufmerksame Leser wird sich erinnern, dass ich in Teil 1 dieses Berichtes von Wasserschläuchen sprach, welche praktischerweise auf einer Feuerwache herumliegen. Einen solchen nutzten wir, um den Waschplatz zu befeuchten.Dann packte ich neues Spielzeug aus, denn wir haben mit Feuer gespielt. Ich habe mir eine ca. 2 m lange Lunte aus Aramid gebastelt (nicht brennbare Fasern, Feuerwehrbekleidung besteht aus Aramidfasern). Dieses Seil (welches an einem Edelstahlstab befestigt ist) habe ich in Benzin getränkt und angezündet. Kamera auf 15 Sekunden Belichtung und einmal um das Moped herumgelaufen. Es entsteht diese infernalische Feuerwand (ich verkneife mir IT-bezogene Firewall-Witze).

Das ganze klingt jetzt gefährlicher, als es war. Einzig beim Anzünden muss man aufpassen, dass die Lunte auf dem Boden liegt und man mit dem Feuerzeug das Ende zuerst entzündet. Denn das Benzin (Shell V-Power in diesem Fall; nur das Beste!) entzündet sich mit dem berühmten “WUFF” und schon brennt die Lunte lichterloh.

Der Brennstoff reichte nur für circa zwei Durchläufe. Dann haben wir die Restflammen in einem Eimer erstickt, alles etwas abkühlen lassen und den Prozess neu gestartet. Und jetzt versteht ihr auch, warum wir den Boden gewässert haben: So reflektiert er schön die Flammen und trägt zum hüllischen Gesamtbild bei.

Demnächst mache ich auch ein spezielles Tutorial für Feuerfotos, aber dazu muss ich erst einmal das Video schneiden, das ich mit der GoPro dabei gedreht habe. Bis dahin – bleibt mir treu!

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