Als ich mit Carsten und seiner RnineT das Feuershooting gemacht habe, lief die GoPro mit. Ich habe daraus ein Mini-Tutorial geschnitten für all diejenigen, die das auch mal ausprobieren möchten. Bei diesem Shooting war das schwierigste, an eine feuerfeste Leine aus Aramid zu kommen. Aramid ist eine nicht brennende, nicht schmelzende Faser. Feuerwehrjacken z.B. bestehen aus Aramid, ebenso ist es in Bikerjeans enthalten, da Aramid auch sehr scheuerbeständig ist. Ihr benötigt für solch ein Shooting eine Leine mit ca. 1 cm Durchmesser. Dünnere Leinen würden zu wenig Benzin aufsaugen und somit nicht lange genug brennen, um damit eine Belichtung hinzubekommen. Nach intensiven Recherchen im Internet habe ich nichts gefunden. Bitte lest evtl. Produktbeschreibungen gut durch. Viele Kletterseile werden als “Aramidseil” verkauft, aber die Seele (der Kern) des Seils besteht dann aus günstigerem Polyester oder Polyamid. Dieser Materialmix ist nicht zulässig. Alles andere außer Aramid brennt und schmilzt, das ist saugefährlich und gibt eine große Schweinerei.

Da ich nix anderes gefunden habe, kaufte ich 3mm starke Drachenleine. Die 21 m auf der Rolle teilte ich in 9 gleich lange Stücke und habe drei davon jeweils zu einem “Zopf” geflochten (ja, genau so, wie man einen Zopf aus langen Haaren flechtet). Aus diesen drei “Zöpfen” habe ich dann das Seil nach der gleichen Methode geflochten.

Für ein Feuershooting braucht ihr:

  • Eine Location, in welcher keine brennbaren Objekte in der unmittelbaren Umgebung sind
  • Ein feuerfestes Seil aus Aramid
  • eine Metallstange, um das Seil daran zu befestigen
  • einen Eimer für das Benzin (Brenzin gibt die beste Flamme und brennt schnell. Diesel brennt sehr schlecht, Lampenöl oder Grillanzünder habe ich nicht ausprobiert)
  • einen zweiten Eimer mit Deckel (um die Flammen zu ersticken)
  • einen Kanister mit Benzin

Das Vorgehen ist relativ einfach: Das Seil wird in dem ersten Eimer mit Benzin getränkt, dann auf die Erde gelegt und angezünder (weit vom Benzineimer weg!). Die Kamera auf dem Stativ wird auf eine Langzeitbelichtung gestellt (z.B. 20 Sekunden, d.h., ihr müsst in der Dunkelheit fotografieren). Dann lauft ihr mit der brennenden Leine hinter dem Moped her. Die Flammen ziehen eine infernalische Spur auf dem Sensor. WEr ganz fancy werden möchte, kann auch vor dem Moped entlanggehen. Achtet nur darauf, dass die Flammen dann nicht das Motorrad verdecken.

In der Nachbearbeitung muss das Moped evtl. noch etwas aufgehellt werden, ansonsten gibt es aber recht wenig zu tun. Wenn ihr es richtig macht, kommt das Bild schon recht gebrauchsfertig aus der Kamera.

DISCLAIMER!
Feuer ist kein Spielzeug. Bitte habt auf jeden Fall mindestens einen Feuerlöscher dabei und bitte, bitte, bitte seid vorsichtig. Ich erkläre hiermit ausdrücklich, dass ihr sowas auf eigene Gefahr durchführt und ich nicht verantwortlich bin für evtl. Unfälle und Schäden, welche geschehen können.

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