Zum Start in die Motorrad-Fotosaison 2020 habe ich zwei Streetfighter fotografiert, eine Buell 1125 CR sowie eine Suzuki B-King. Beides sind stark umgebaute Maschinen, die in liebevoller und langwieriger Kleinarbeit zu absoluten Unikaten umgearbeitet wurden.

 Equipment

Unterwegs war ich mit der Hasselblad H5D-50C und zwei akkubetriebenen Studioblitzen (Godox AD 600 Pro). Um ein möglichst schön weiches Licht zu erhalten benutzte ich zwei identische Softboxen von Phot-R mit den Abmessungen 40×200 cm. Diese Softboxen haben den Vorteil, dass sie mit einer Regenschirmmechanik zusammenfalten und somit platzsparend transportiert und schnell einsatzbereit gemacht werden können. Für Motorradfotos eignen sich Striplights am besten (“Strip” wie “Streifen”, weil die eine Seite viel länger ist als die andere, ihr versteht…). Denn sie produzieren aufgrund der großen Fläche ein sehr weiches Licht, und gleichzeitig sind die Lichtstreifen relativ schmal, was die Lichtsetzung erleichtert (Licht geht primär aufs Bike und nicht in die gesamte Umgebung).

Das Shooting
Die Location war ein Hafengelände in Hannover. Zunächst habe ich von den Maschinen Einzelportraits angefertigt. Die Bikes haben wir dazu auf eine Verladerampe geschoben und nach jedem Bild um circa 45 Grad gedreht, um verschiedene Ansichten der Maschinen zu haben. 

Die Fotos entstanden mit der Abendsonne im Rücken. Um die Bikes noch etwas hervorzuheben, kamen die beiden Blitze zum Einsatz, welche links und rechts positioniert waren.

Tipp! An solchen Locations ist es immer praktisch, einen Besen dabei zu haben, um Glasscherben und anderen Unrat schnell beiseite räumen zu können.

Wenn ihr euch jetzt fragt, warum ich überhaupt geblitzt habe, wo doch die Sonne die Szene so wunderbar ausgeleuchtet hat: Hier sind zwei Beispielbilder. Das eine ist nur mit dem vorhandenen Licht aufgenommen (zugegeben an einer anderen Gebäudestelle, aber das ist egal), das zweite ist geblitzt. Beim geblitzten Bild treten die Strukturen plastischer hervor, das Kunstlicht betont die Maschine und hebt sie so anders hervor als das natürliche Umgebungslicht es alleine machen kann.

Manöverkritik muss sein! Die Wahl des Hintergrundes war vielleicht nicht ganz optimal, da sich durch die Nähe zwischen der unruhigen Wand (viele Muster, viele Farben) die Bikes nicht so gut absetzten (die Wand ist noch zu scharf). Dies habe ich dadurch kompensiert, dass ich die Sättigung der Graffitis in der Nachbearbeitung etwas heruntergesetzt habe. Na gut, ich war noch nicht „warmgeschossen“ in der Saison…

Später haben wir die Bikes dann an der Kaimauer fotografiert. Die Zeit schritt voran und nach Sonnenuntergang hatten wir eine tolle blaue Stunde (so nennt man die Zeit zwischen Sonnenuntergang und Dunkelheit – der Himmel ist tiefblau und gibt daher einen tollen Fotohintergrund ab). 

Mein Lieblingsbild aus diesem Shooting ist die Seitenaufnahme der B-King mit dem Abendhimmel im Hintergrund. Hier zeigt sich eine der stärken des großen Sensors der H5D. Feine Abstufungen in der Helligkeit der Wolken werden kristallklar eingefangen und wirken daher besonders realistisch.

Auf jeden Fall hat es mal wieder viel Spaß gemacht und ich denke, dass das nicht das letzte Shooting dieser Art war. Ich freu mich drauf!

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