Gut Ding will Weile haben! Es war Dezember 2018, als kurz vor Weihnachten noch ein paar Shooting-Gutscheine bei mir gekauft wurden. Die Beschenkten freuten sich, das neue Jahr brach an und verstrich. So ist das halt mit den Gutscheinen, das Einlösen wird gerne mal vergessen.

Zum Glück hat Frank (der Besitzer der Maschine) den Gutschein aber nicht vergessen, und so trafen wir uns eines schönen Abends und haben seine Maschine ins rechte Licht gesetzt.

Franks BMW K1300R ist in einem wunderschönen Blau lackiert. Das ist eine Sonderlackierung, die es ab Werk nicht gab. Es gibt wissentlich nur zwei Maschinen in diesem Farbton – Franks und die von jemand anderem, der sich die Lackierung bei ihm abgeschaut hat 😉 . Ich persönlich liebe blau aus mehreren Gründen. Zum Einen ist es einfach eine sehr schöne Farbe, zum Anderen sind farbige Motorräder viel einfacher auszuleuchten als z.B. schwarze. Eine schwarze Maschine spiegelt nur die Umgebung und das Blitzlicht, es lässt sich aber nicht in der Fläche hervorarbeiten wie z.B. eben ein blauer Lack. Aber ich schweife ab…

Equipment

Standard Setup für Fotoshootings: Kamera, zwei Blitze, große Striplights. Ich war diesesmal wieder mit der Hasselblad H5D-50C unterwegs sowie zwei akkubetriebenen Studioblitzen (Godox AD 600 Pro). Als Diffusoren nutzte ich wieder die Softboxen von Phot-R mit den Abmessungen 40×200 cm.

Das Shooting

Los ging es mit ein paar Bildern im Gegenlicht. Die Sonne stand leicht links außerhalb des Bildausschnittes. Das ist zwar kein direktes Gegenlicht, aber es hat gereicht, um das RAW-Bild direkt aus der Kamera sehr dunkel erscheinen zu lassen. Da die Hasselblad zum Glück einen extrem hohen Dynamikumfang einfangen kann, konnte ich daraus noch dieses schöne Endbild extrahieren.

Für den ersten Teil des Shootings sind wir bei dem Setup geblieben und haben klassische Portraits mit Blitzlicht angefertigt.

Aber es muss nicht immer Blitzlicht sein! Nach einem Locationwechsel habe ich auf die Blitze verzichtet und wir haben das tief stehende Licht der Abendsonne für die nächste Phase des Shootings genutzt. In der Nähe war eine tolle Baumallee, welche noch aus der Zeit der Expo 2000 in Hannover stammt. Diese ist eine tolle Kulisse für ein paar Fahraufnahmen und los ging es. Hier habe ich nur die Kamera dabei gehabt. Davon abgesehen dass der Transport der Blitze zu zeitintensiv geworden wäre (die Abendsonne ist schnell verschwunden!) ist das Licht auch so wunderbar geeignet.

Es folgte der Sonnenuntergang. Hier war ich wieder ein wenig übermütig und habe direkt ins Gegenlicht fotografiert. Das ist nicht ganz ohne Risiko, denn der Kontrast zwischen hell und dunkel ist sehr groß und man riskiert entweder einen ausgeblasenen Himmel oder Tiefen, die im schwarz absaufen. Abermals rettete mich der große Dynamikumfang der H5D, mit welchem ich noch viele Details aus den Aufnahmen herausholen konnte.

Normalerweise soll man beim Fotografieren darauf achten, dass hinter dem Bike oder dem Kopf des Bikers keine Dinge im Hintergrund emporragen. Hier habe ich die Sonne aber mit voller Absicht hinter Franks Kopf postiert, um den Eindruck eines Heiligenscheins zu erwecken. Sehet, Sankt Mopetus, den Schutzpatron aller Motorradfahrer!

Starker Lens Flare ist bei diesem Bild in Ordnung, schließlich wird direkt in die Sonne fotografiert. In Verbindung mit dem 300 mm Teleobjektiv ergibt dies eine sehr große Sonne, was das Bild umso eindrucksvoller macht. Man beachte, dass ich dazu aber auch 25-30 m von Frank weg sein musste. Das machte die Kommunikation etwas schwierig, weil ich Kommandos zu ihm hinüber brüllen musste. Hat den einen oder anderen Passanten, der auch den Sonnenuntergang betrachten wollte, etwas irritiert. Aber bislang hat noch nie jemand was gesagt, zumindest in Hannover ist die Bevölkerung Fotografen gegenüber sehr tolerant, wenn diese mal wieder ihre Projektchen durchziehen 😀

Zum Abschluss haben wir noch ein Lightpainting seiner Maschine gemacht. Hier möchte ich nur kurz drauf eingehen. Kamera aufs Stativ, verschiedene Langzeitbelichtungen machen, die Maschine mit einem LED-Stab ausleuchten, die Bilder in Photoshop überlagern und die gut ausgeleuchteten Teile zusammenbasteln.

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