Mit dem 2020er Modell des furiosen Sporttourers S1000XR wird die designtechnische Wende bei BMW fortgesetzt. Dominierten in den vergangenen Jahren unsymmetrische Frontpartien die Motorräder, zeigen die neuen Maschinen nun ein gleichmäßiges Gesicht, das böse dreinschaut.

Ihr merkt schon, mein Fokus liegt berufsbedingt auf anderen Dingen als der Anzahl der Zylinder bzw. PS (na gut, 4 Zylinder / 999 cm^3 / 121 kW bzw. 165 PS bei 11.000 U/min und 114 Nm bei 9.250 U/min). Ich konnte dieses Motorrad in Kooperation mit Motorrad Fuchs GmbH aus Hameln ein Wochenende lang austesten und in meinem Studio einem fotografischen Vollcheck unterziehen.

Der aus dem Superbike S1000RR stammende Motor schnurrt drehfreudig und will auch gedreht werden, was das Leistungsmaximum bei 11.000 U/min belegt. Im Grunde will ich keinen großen Fahrbericht abgeben, das können die vielen Motorradmagazine deutlich besser als ich. Hervorzuheben sind vielleicht die sehr komfortable Sitzposition und das auffallend gute Handling. Letzteres sage ich als Fahrer einer Triumph Tiger 1050. Meine Maschine ist ja vom gleichen Typus wie die S1000RR (Sporttourer), durch den Motor und das Fahrwerk aber unterscheiden sich die Maschinen natürlich gewaltig. Nicht falsch verstehen, ich liebe meine Tiger und bin ganz begeistert von der Maschine, im direkten Vergleich handelt sich die S1000XR aber nochmal leichter, was u.a. auch an den knapp 15-20 kg liegen kann, welche die Maschine leichter ist. Der Motor der S1000XR will gedreht werden und braucht “Anlauf”, um z.B. beim Überholen Durchzug zu haben (er ist massig vorhanden, man muss nur drehen), bei der Tiger mit ihrem 1050er Dreizylinder kommen Drehmoment und Leistung natürlich bei deutlich niedrigeren Drehzahlen. Beides macht Spaß, ist halt aber was Anderes.

Doch am Beginn eines jeden Studioshootings steht eine gründliche Reinigung. Die Maschine hat zwar noch nicht so viele km auf dem Buckel gehabt (unter 1.000 km, daher war auch noch nicht die komplette Leistung freigeschaltet), aber geputzt werden musste sie trotzdem.

Danach durfte sie in die heiligen Hallen rollen und wurde ansprechend in Szene gesetzt. 

Dank des festen Einbaus von Lichttechnik und Hintergrundsystem gibt es zur fotografischen Technik an sich eigentlich nicht viel zu sagen. Die 2,5×1,5m große Lichtbank über dem Bike pumpt aus zwei Blitzgeräten 2.400 Ws raus, welche dank zwei Diffusorschichten und reflektierender Innenseite gut im Inneren der Lichtbank verteilt werden.

Da die gesamte Umgebund des Bikes in weiß gehalten ist, reflektieren auch diese Flächen ud führen dazu, dass das Motorrad ohne weitere Hilfslichter aufgehellt wird. Interessanterweise solle es erst in einem späteren Shooting notwendig werden, dass seitliche Hilfslichter hinzu genommen werden müssen (ja, das ist ein Teaser auf einen zukünftigen Artikel dieses Blogs, den ich noch zu schreiben gedenke). 

Nachdem ich die Standardfotos durch hatte, wollte ich ein wenig Abwechslung bzw. Farbe in meine Studiofotografie bringen. Und was liegt da näher, als das wortwörtlich zu nehmen und den weißen Hintergrund mit etwas Farbe aufzupeppen?

Mit Farbfolien und einem zusätzlichen Studioblitz konnte ich dies erreichen. Bevor ich erkläre wie das geht, zeige ich das Endergebnis.

Was nach einem einfachen “Folie drauf, Knips, fertig” aussieht besteht in Wirklichkeit aus drei einzelnen Fotos:
– eine Aufnahme mit dem, beleuchtet von der Lichtbank. Diese dient dazu, das Cockpit sauber darzustellen
– eine Aufnahme mit einem einzigen Blitz, der mit Filterfolie auf dem Boden vor dem Vorderreifen steht (Lichbank aus). Dieser Blitz dient dazu, den Hintergrund bunt werden zu lassen.
– eine dritte Aufnahme ohne Blitz, aber dafür mit eingeschalteter Zündung, um das Display im Cockpit abzubilden (Belichtung über 1-2 Sekunden).

Diese drei Aufnahmen musste ich dann noch in Photoshop zusammenmontieren. Die drei Fotos wurden in einen Stapel geladen, ausgerichtet damit sie absolut deckungsgleich sind, und dann das mit der Lichtbank beleuchtete Foto maskiert, so dass nur das Bike und nicht der Hintergrund zu sehen sind. Nach ein bisschen Feinarbeit sah es dann so aus wie oben. Das Gute an dieser Methode ist, dass der farbige Hintergrund in einem gesonderten Foto ist. Ich kann also entweder durch Manipulation der Farbe oder dem Einfügen eines mit einer anderen Farbfolie geblitzten Bildes die Erscheinung des Fotos grundlegend ändern:

FAZIT: Ein tolles Motorrad mit viel Leistung und einem lebhaften Motor in gewohnt hoher BMW-Qualität. Das neue Design mit der symmetrischen Front gefällt mir sehr gut. Im Studio macht die S1000XR eine gute Figur und wirkt besonders gut, wenn noch etwas Farbe ins Spiel kommt. Ich denke, dass ich diesen Effekt in Zukunft öfters einsetzen werde (Achtung, Spoiler Alert! ;-))

 


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